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Kennzeichen > Die ehemalige DDR


Die Deutsche Demokratische Republik 1953 bis 1990


Im Jahr 1952, drei Jahre nach Gründung der DDR, wurden alle bis dahin bestehenden Länder (Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen) aufgelöst.

Stattdessen teilte man die damalige Republik in 14 Bezirke ein, Ost-Berlin wurde als sogenannter "15. Bezirk" gezählt.
Mit diesen neu gegründeten Bezirken wurde auch ein neues Fahrzeug-Kennzeichen-System nötig, das Mitte des Jahres 1953 in Kraft trat.

Hierbei bestand ein Kennzeichen aus zwei Buchstaben sowie zwei Nummerngruppen, die durch einen Bindestrich voneinander getrennt waren.
Der erste Buchstabe gab jeweils den Bezirk an, in den folgenden Beispielen weist das "L" auf den Bezirk Erfurt und das "H" auf den Bezirk Magdeburg hin.




Dieses geprägte DDR-Nummernschild stammt aus der Anfangszeit der mittleren bis späten 1950er Jahre (Bezirk Erfurt, Stadt Weimar). (Privatsammlung)




Anhand der offiziellen Kennzeichen-Zuteilungslisten des Ministeriums des Innen der DDR kann jedes ehemalige Kfz-Kennzeichen konkret einem Stadt- oder Landkreis zugeordnet werden.
Das abgebildete Kennzeichen "HM 05-07" gehört dementsprechend in den Landkreis Staßfurt im Bezirk Magdeburg. (Privatsammlung)



Im Folgenden die Übersicht über die erstmals zugeteilten Buchstaben, die jeweils an erster Stelle eines Schildes den zugehörigen Bezirk angaben:

ABezirk Rostock
BBezirk Schwerin
CBezirk Neubrandenburg
DBezirk Potsdam
EBezirk Frankfurt/Oder
HBezirk Magdeburg
IBezirk Berlin
KBezirk Halle
LBezirk Erfurt
NBezirk Gera
OBezirk Suhl
RBezirk Dresden
SBezirk Leipzig
TBezirk Karl-Marx-Stadt
ZBezirk Cottbus


Bis zum 31. Januar 1954 hatten alle Fahrzeuge auf die DDR-Nummernschilder umgekennzeichnet zu sein. Die schwarzen Besatzungszonen-Kennzeichen wurden ungültig.



Erste Engpässe in der Nummernvergabe


Da bereits Mitte der fünfziger Jahre in einigen Bezirken die Nummern-Kontingente vollständig erschöpft waren, wurden dort zusätzliche Bezirksbuchstaben vergeben.

Die Liste sah nach diesen Ergänzungen, die zwischen 1956 und 1971 vorgenommen worden waren, folgendermaßen aus:

ABezirk Rostock
BBezirk Schwerin
CBezirk Neubrandenburg
D / PBezirk Potsdam
EBezirk Frankfurt/Oder
H / MBezirk Magdeburg
IBezirk Berlin
K / VBezirk Halle
L / FBezirk Erfurt
NBezirk Gera
OBezirk Suhl
R / YBezirk Dresden
S / UBezirk Leipzig
T / XBezirk Karl-Marx-Stadt
ZBezirk Cottbus




Der dritte Buchstabe als Retter des Systems


Da das bestehende Kennzeichnungssystem der DDR in den siebziger Jahren angesichts der weiter steigenden Fahrzeug-Zulassungen dem Bedarf an freien Nummern nicht mehr gerecht werden konnte, führte man zum 01. Oktober 1974 Kennzeichen mit drei Buchstaben sowie drei Ziffern ein, wobei sich ein Bindestrich hinter der ersten Ziffer befand.

Neu an diesem "Drei-Buchstaben-System" war auch, dass nun der zweite Buchstabe ganz konkret den zugehörigen Stadt- oder Landkreis bezeichnete. Beim zweibuchstabigen System konnte man, ohne die offizielle Schlüsselliste zu besitzen, kein Kennzeichen so einfach einem Kreis zuordnen, da die Aufschlüsselung sehr kompliziert war (siehe oben).


Ein dreibuchstabiges DDR-Nummernschild aus dem System ab dem 01.10.1974 (Bezirk Halle, Landkreis Wittenberg). (Privatsammlung)



Lediglich Motorräder bekamen wegen des begrenzten Platzes auf der zweizeiligen Schilder-Platine auch künftig Nummern nach dem alten System mit zwei Buchstaben und vier Ziffern zugeteilt.


Weiterhin änderte man zum 01. Januar 1976 die Maße und Schriftart der Nummernschilder. Während die einzeiligen DDR-Schilder (für PKW sowie teilweise LKW und Anhänger) zuvor eine Länge von 43 cm und eine Höhe von 11 cm aufwiesen, maßen die neuen Platinen nun 45 cm Länge und 9 cm Höhe.


Die neuen DDR-Nummernschilder waren nur noch 9 cm hoch, dafür aber nun 45 cm lang. Dieses abgebildete Exemplar stammt aus dem Bezirk Halle, Landkreis Aschersleben. (Privatsammlung)




Das Ende des DDR-Nummernschildes


Ab dem 01. Januar 1991 wurden schließlich nur noch die Nummernschilder des Systems der BRD ausgegeben.

201 neue Unterscheidungszeichen mussten eingeführt werden, in der Region des DDR-Bezirks Schwerin waren dies zum Beispiel unter anderem "GDB" (Landkreis Gadebusch), "HWI" (Hansestadt Wismar), "LWL" (Landkreis Ludwigslust), "PCH" (Landkreis Parchim) und "STB" (Landkreis Sternberg).


Ein Nummernschild aus dem Landkreis Gadebusch, ausgegeben an einem der ersten Tage des BRD-Systems im Januar 1991. (Privatsammlung)



Zum 01. Januar 1994, also drei Jahre später, verloren die alten DDR-Nummernschilder ihre Gültigkeit.



Das letzte DDR-Kennzeichen


Mit großer symbolischer Ausdruckskraft lautete die allerletzte Nummer, die in der Deutschen Demokratischen Republik zugelassen wurde, tatsächlich "DDR 3-10", die lediglich mit einer Sondergenehmigung vom damaligen Innenminister Diestel zu bekommen war, da die Kombination "DDR" nicht in der Schlüsseltabelle bei der Stadt Brandenburg aufgeführt war; nach "DDP" folgte gleich "DDS"!